Pressemitteilung · Zur sofortigen Veröffentlichung
PanelWave veröffentlicht offenes JSON-Format für interaktive Graphic Novels
Die graphbasierte, mehrsprachige und barrierefreie Spezifikation erscheint unter CC BY 4.0, mit Validierungswerkzeugen, TypeScript-Typen und einem Referenz-Player. Version 1.7 unterstützt verzweigte Geschichten mit beschrifteten Entscheidungen, Videopanels, die unendliche Leinwand und portable Werkarchive.
München, Deutschland·
München, 6. Oktober 2026. PanelWave hat heute das PanelWave-Format als öffentlichen Standard veröffentlicht, eine offene JSON-Spezifikation für interaktive Graphic Novels. Das Format steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0: Alle dürfen dafür Reader, Autorenwerkzeuge und Konverter entwickeln, sofern sie die Quelle nennen. Das Format ist das Fundament des PanelWave-Ökosystems. Es soll für interaktive Graphic Novels leisten, was EPUB für das E-Book geleistet hat: Creators, Verlagen und Tool-Herstellern eine portable, dokumentierte Beschreibung eines Werks geben, die keiner einzelnen Plattform gehört.
Ein PanelWave-Werk ist ein einziges JSON-Manifest. Seine Kapitel sind gerichtete Graphen: Panels sind die Knoten, und Verbindungen legen fest, welches Panel auf welches folgen darf – unter welcher Bedingung und mit welchem visuellen Übergang. Ein klassischer Comic ist eine einfache Kette solcher Verbindungen; eine Entscheidung besteht aus zwei Verbindungen mit unterschiedlichen Bedingungen. Panels bestehen aus Bildebenen, Video, Text und Ton und tragen Sprechblasen im Comicstil sowie klickbare Hotspots. Jeder Text, den Lesende sehen, wird pro Sprache gespeichert, mit einer festgelegten Fallback-Kette.
Was Version 1.7 abdeckt
Das Format erscheint in Version 1.7, nach sieben abwärtskompatiblen Minor-Releases im Lauf des Jahres 2026. Jedes gültige 1.0-Manifest ist bis heute gültig.
- Story-Struktur: Kapitel, Seiten mit Platzierungen und Lesereihenfolge, Panels mit Ebenen, Sprechblasen, Hotspots, Audio- und Videospuren sowie formatspezifische Ansichten für Mobilgeräte, Desktop, Druck und Videoausgabe.
- Verzweigung und Zustand: Verbindungen im Graphen mit JSON-Logic-Bedingungen und Prioritäten, typisierte Variablen in fünf Gültigkeitsbereichen, Hotspot-Aktionen und -Mutationen sowie Panel-Varianten, die Inhalte je nach Lesezustand austauschen.
- Videopanels (1.1) mit Abspiel- und Startmodi, Loops und Posterbildern; Stil-Presets (1.3) für wiederverwendbare Lettering- und Sprechblasenstile; die unendliche Leinwand (1.4), auf der die Panels eines Kapitels als durchgehende Fläche mit gestalteten Kamerafahrten angeordnet sind; Asset-Ordner und Übersetzungsstand (1.5), damit ein komplettes Werk zwischen Autorensystemen wandern kann; Produktkataloge, Ebenenanimationen und alternative Cover (1.6); sowie beschriftete Entscheidungen, als Buttons angezeigte Hotspots und Kapitel, die einfach der Reihenfolge ihrer Panels folgen (1.7).
- Lokalisierung, Barrierefreiheit und Monetarisierung: BCP-47-Locales mit Fallback-Ketten, Asset-Varianten pro Sprache, Alternativtexte, Untertitel und Transkripte, Inhaltswarnungen sowie deklarative Paywall-Regeln; die Zahlungsabwicklung bleibt Sache der Veröffentlichenden.
- Erweiterbarkeit: eigene Felder mit Namespace und ein Plugin-Modell mit Sandbox. So können Dritte Manifeste erweitern, ohne dass ein Reader daran scheitert.
Werkzeuge und Dokumentation
Die Spezifikation liegt als JSON Schema (Draft 2020-12) vor. Dazu kommen das Kommandozeilenwerkzeug @panelwave/cli, das Manifeste validiert, bündelt, vergleicht und aktualisiert, und das aus dem Schema generierte TypeScript-Paket @panelwave/types. Der MIT-lizenzierte Referenz-Player stellt jedes gültige Manifest dar und erscheint morgen, am 7. Oktober, auf npm. Die vollständige Formatreferenz, Einführungen in die Konzepte und Beispielmanifeste gibt es unter docs.panelwave.org.
„Digitale Comics hatten nie ihren EPUB-Moment“, sagt Jens Hoppe, Gründer von PanelWave. „Jede Plattform hat ihr eigenes Containerformat erfunden, und wer sich angemeldet hat, saß darin fest. Wir veröffentlichen das Format zuerst, noch vor dem Geschäft drumherum, denn die Reihenfolge zählt: Den Standard muss man nutzen können, ohne sich gleich an uns zu binden.“
Governance und nächste Schritte
Das Format folgt der semantischen Versionierung: Minor-Versionen ergänzen nur, veraltete Felder bleiben mindestens eine Major-Version lang erhalten, und Änderungen werden in einem öffentlichen RFC-Verfahren (Request for Comments) vorgeschlagen. Vom 7. bis 11. Oktober präsentiert PanelWave das Format, den Player und seine Autorenplattform auf der Frankfurter Buchmesse am Stand von XPLR: MEDIA in Bavaria in Halle 5.0. Am Freitag, 9. Oktober, um 13:00 Uhr gibt es dort einen Vortrag über das Format.
Schema, Lizenz und Werkzeuge sind unter panelwave.org/format verlinkt.
Über PanelWave
PanelWave ist ein offenes Ökosystem zum Erstellen, Verbreiten und Erleben interaktiver Graphic Novels. Es besteht aus drei Ebenen: einer offenen JSON-Formatspezifikation unter CC BY 4.0, einem Open-Source-Web-Player unter der MIT-Lizenz und einem kommerziellen No-Code-CMS für professionelles Erstellen, Lokalisieren, Veröffentlichen und Monetarisieren. Geschichten werden als Graph aus Panels modelliert – mit Zeichnungen in mehreren Ebenen, Sprechblasen, Hotspots, Audio und Video, verzweigten Handlungen und mehrsprachigen Inhalten. Lesende bestimmen Tempo, Weg, Sprache und Einstellungen zur Barrierefreiheit selbst. Creators behalten 100 % ihrer Erlöse aus Inhalten, und dank des offenen Formats gibt es keine Bindung an einen Anbieter. PanelWave wird in München (Deutschland) entwickelt. Mehr unter panelwave.org.
Pressekontakt
Jens Hoppe, Gründer · press@panelwave.org · Pressekit, Logos und Screenshots: panelwave.org/press/kit